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Endlich vierzig - das neue dreißig?

Gestern sah ich einen Film, die Hauptdarstellerin eine hübsche, intelligente, leicht kantige Journalistin Ende zwanzig, da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren. Das ich mich eher mit ihr identifiziere und ihre Mutter in dem Film auch für mich eine "Mutti" darstellt, ist eine Fehleinschätzung meinerseits. Ich gehöre nicht mehr in ihre Altersgruppe der Journalistin, ich bin erheblich näher am Alter ihrer Mutti. Ich bin eine Frau in den mittleren Jahren. Ich bin vierzig.

Vierzig die neuen dreißig? Eher nicht. Noch vor 5 Jahren, mit 35, war ich jung und die Mutti war eine Mutti. Mit 35 ist frau jung und alles ist noch möglich. Niemand weiß, bist Du Mutter oder (noch) nicht, arbeitest Du im Büro, Labor oder bist Du Studentin? Mit vierzig ist es für jeden klar: Das Du zumindest nicht mehr studierst, und die Sache mit den Kindern hat sich wohl auch erledigt. Entweder Du hast welche, oder nicht. Hast Du welche, wird gemutmaßt, sie seien jetzt aus dem gröbsten raus, obwohl es mit Mitte dreißig noch ganz O.K. war, sie erst in Planung zu haben.

Mit 40 ist er plötzlich da, der Schnitt. Bis etwa 37 ist Frau jung, Karriere- und Familienplanung stehen oft noch aus, auch aussehen tut sie etwa so frisch wie eine Frau Ende 20. Dann, plötzlich, wird sie 40. Praktisch von heute auf morgen, soll ihre Welt ganz anders aussehen. Die Bauarbeiter pfeifen nicht mehr und sie wundert sich plötzlich über die jungen Leute, die sich komisch anziehen (das hatten wir doch schon mal...), komische Musik hören und seltsam futuristische Apparate benutzen. Die Öffentlichkeit geht ganz plötzlich davon aus, dass die Kinder nun groß sind, die Karrieremöglichkeiten ausgeschöpft und frau sich auf ihren Lebensabend vorbereitet. Im Ausland, vor fünf Jahren noch als Miss tituliert, antworten dort heute junge attraktive Männer wohlerzogen: "Yes, Ma' am", und übersehen großzügig unser charmantes Lächeln. Wohnen im Alter, Schicksalsschläge, Menopause, schlaffe Haut und Krampfadern - diese Themen werden plötzlich sanft und freundlich von allen Seiten an uns herangetragen. Hilfe, wie konnte das denn so plötzlich, heimlich, hintertückisch passieren?

 

19.11.07 21:30


Liebe Eva Herman,

ich halte Sie nicht für rechts. Wer das dritte Reich in irgendeiner Form für seine Argumentation instrumentalisiert, gerät in Deutschland leicht ins Kreuzfeuer. Und das haben Sie gewußt, denn Sie sind ja Medienprofi. Nicht rechts, aber berechnend, das ist die einzige Erklärung die ich für soviel geballten und längst hundertfach widerlegten Unsinn habe, den Sie sich so zusammen reimen. Das so viele Menschen - faule Männer, die keine Lust auf langweilige, unbezahlte Hausarbeit haben und konfliktscheue Frauen, die sich über ihr Helfersyndrom ausleben und Angst haben Verantwortung für den eigenen Unterhalt zu übernehmen - ihre Thesen begrüßen, war Ihnen doch sicher im Vorfeld klar.

Denn diese Leute gibt es ja in Deutschland noch recht zahlreich und ihnen weht in letzter Zeit ein etwas kühlerer Wind um die Nase. Entweder haben Sie diese Zielgruppe selbst identifiziert und entsprechend Ihre Thesen gestrickt und vermarktet oder irgenein cleverer PR Berater hat das für Sie getan und nun stehen Sie da draußen und ernten was Sie säen. Tja Frau Herman, eins von beiden wird passen, entweder berechnend und profitorientiert oder instrumenalisiert und ebenfalls profitorientiert.

Was Sie in Ihren zwei Büchern an Unsinn zusammenschreiben ist nicht zum lachen, bestenfalls zum ignorieren gut. Menschen wie Sie, die Dinge predigen, welche nachweislich falsch sind und diese obendrein nicht mal selbst leben, ja, nie gelebt haben, wissen wohl nicht, dass es nicht nur Männern so geht wie dem Axel in Ihrem "Arche Noah Prinzip" - der sich als Hausmann immer weniger wert und immer depressiver fühlt und irgendwann, trotz aller Liebe für seine Familie, nur noch die Flucht als Ausweg sieht, sondern auch Tausenden von Frauen, die aber damals, in der von Ihnen so gelobten Zeit, keine Chance hatten diese Flucht auch zu realisieren und daher haufenweise heulten, tranken oder Tabletten nahmen.

Auch Frauen brauchen Anerkennung, möchten ihre Talente entfalten und es tut ihnen gut unabhängig zu sein. So lassen sich die besseren Beziehungen führen. Einen Big Daddy der das Taschengeld einteilt, wünschen sich nur Frauen die so wenig Selbstvertrauen haben, dass Sie sich ihre Zuneigung erdienen müssen.

Das Frauen fürs Nest und Männer für die anspruchsvollen Aufgaben vorgesehen sind und der Schlüssel zum Glück aus diesem Grund die traditionelle Rollenveteilung ist, ist Unfug. Die Männer fühlen sich nicht mit den häuslichen Tätigkeiten unwohl, weil sie nicht dafür gemacht sind, sondern weil sie sie uninteressant finden und schlichtweg keine Lust dazu haben. Sie wollen Tätigekeiten die sie nach draußen in ein soziales Umfeld bringen, die interessant sind und die bezahlt werden und Erfolg versprechen. Weil das ein Grundbedürfnis des Menschen und nicht nur des Mannes ist. Die langweilige einsame unbezahlte Familienarbeit liegt Frauen mitnichten besser. Denn sobald die Tätigkeiten, die Eva Herman den Frauen zuschreibt bezahlt werden, finden sich plötzlich reichlich Männer die sie entgegen ihrer gottgegebenen Neigungen ausüben wollen. Oder wie erklären wir uns sonst die vielen Köche, Bäcker, Therapeuten, Krankenpfleger und Pädagogen? Und würden diese Tätigekeiten nicht häufig zu den Niederlohngruppen zählen, fänden sich noch viel mehr Männer, die dort plötzlich ihre Bestimmung entdeckten.

Nein, Frau Herman, machen Sie es den ängstlichen kleinen Frauen und ihren bequemen Paschas nicht so leicht, indem Sie Ihren Lebensentwurf als Weg ins Familienglück propagandieren. Er ist es nicht. Es sind nicht die Kinder der berufstätigen Eltern, die vernachlässigt und mißhandelt werden, es sind fast immer die, deren Eltern zuhause sind. Eva Hermans Geschafel ist unsäglich, weil ihre Thesen mit Familienglück nichts aber auch gar nichts zu tun haben und nur ihre eigene Kasse aufbessern sollen. Ich denke diese Bücher waren ein gut überlegter Schritt für die Zeit nach Hermans Fernsehkarriere, es ist System dahinter. Vielleicht geht sie ja in die Politik?

13.10.07 16:03


Wieder Lust auf Kinder?

Wir sollen wieder Lust auf Kinder bzw. mehr davon bekommen, lautet die Botschaft - vornehmlich, auch wenn immer zwei dazugehören - an uns Frauen. Woran liegt es eigentlich, dass wir in Deutschland so wenige davon bekommen? Wir sind das Schlusslicht in Europa, wenn ich richtig informiert bin, und das obwohl bei uns das meiste Geld in die Familie gebuttert wird und die CSU (außer Frau Pauli vielleicht), Frau Herman und Herr Schirrmacher um die Werte Ehe und Familie so tapfer kämpfen.

Liegt es wirklich an der Emanzipation, daran, dass Frauen lieber arbeiten wollen als den Tag mit bügeln und putzen zu verbringen? Ich frage mich, wie die oben genannten Herrschaften da bloss Verbindungen stricken. Frauen hatten früher keine Wahl, sie hatten sich um den Haushalt zu kümmern. Das hat etwas mit Macht und Bequemlichkeit des Mannes zu tun, aber nichts mit Familienglück und zufriedenen Kindern an sich. Die Frauen hatten damals reihenweise Depressionen und noch heute gehen viele die Wände hoch, die aufgrund mangelnder Betreuungsmöglichkeiten ins Haus gezwungen werden. Was soll daran gut sein? Das Hausfrauen sich intensiv mit ihren Kindern beschäftigen ist ohnehin eine Fehlannahme, denn gerade in Deutschland, wo es so viele davon gibt, wünschen sich die Kinder, dass ihre Eltern mehr Zeit mit ihnen verbringen würden. 20 Minuten am Tag investiert die deutsche Hausfrau mehr in die Kindererziehung als ihre berufstätige Geschlechtsgenossin. Deren Kinder werden aber zusätzlich in der Krippe gefördert und gefordert, außerdem bringen sich bei den berufstätigen Paaren die Väter stärker ein. Welches Kind hat denn nun mehr Qualitätszeit?

Wir leben in Deutschland und Dänemark. Durch das Leben in den zwei Ländern lässt sich der Alltag mit Kindern herrlich vergleichen. Nun ist es mitnichten so, dass in Dänemark alles besser ist. Aber das, woran die Deutschen immer wieder Familien- und Kinderfreundlichkeit festmachen wollen - der Mutter im Haus - ist ein Trugschluss.

Zeit ist wichtig, gemeinsame Zeit. Aber dafür braucht es, wie die Zahlen oben zeigen, keine Mutter zuhause, sondern Jobs, in denen es O.K. ist um vier Uhr nach Hause zu gehen. Und die entstehen eben leichter in einer Gesellschaft in der alle Kinder haben und sich dafür verantwortlich fühlen, als wenn nur die eine oder andere Mutter pünktlich los muss und dafür sofort von einem männlichen Kollegen oder einen kinderlosen Kollegin an die Wand gespielt wird.

Das ganze hat etwas mit Gleichberechtigung zu tun. Für mehr Kinder und eine kinderfreundlicheres Arbeitsleben brauchen wir nicht weniger Emanzipation sondern mehr. Und zuerst mal brauchen wir eine kinderfreundlichere Gesellschaft im allgemeinen. Dazu ist etwas nötig, dass den Deutschen keiner schenken oder verordenen kann: Eine familienfreundliche Mentalität, in der Kinder gewünscht und geschätzt werden.

22.9.07 17:06





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