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Wieder Lust auf Kinder?

Wir sollen wieder Lust auf Kinder bzw. mehr davon bekommen, lautet die Botschaft - vornehmlich, auch wenn immer zwei dazugehören - an uns Frauen. Woran liegt es eigentlich, dass wir in Deutschland so wenige davon bekommen? Wir sind das Schlusslicht in Europa, wenn ich richtig informiert bin, und das obwohl bei uns das meiste Geld in die Familie gebuttert wird und die CSU (außer Frau Pauli vielleicht), Frau Herman und Herr Schirrmacher um die Werte Ehe und Familie so tapfer kämpfen.

Liegt es wirklich an der Emanzipation, daran, dass Frauen lieber arbeiten wollen als den Tag mit bügeln und putzen zu verbringen? Ich frage mich, wie die oben genannten Herrschaften da bloss Verbindungen stricken. Frauen hatten früher keine Wahl, sie hatten sich um den Haushalt zu kümmern. Das hat etwas mit Macht und Bequemlichkeit des Mannes zu tun, aber nichts mit Familienglück und zufriedenen Kindern an sich. Die Frauen hatten damals reihenweise Depressionen und noch heute gehen viele die Wände hoch, die aufgrund mangelnder Betreuungsmöglichkeiten ins Haus gezwungen werden. Was soll daran gut sein? Das Hausfrauen sich intensiv mit ihren Kindern beschäftigen ist ohnehin eine Fehlannahme, denn gerade in Deutschland, wo es so viele davon gibt, wünschen sich die Kinder, dass ihre Eltern mehr Zeit mit ihnen verbringen würden. 20 Minuten am Tag investiert die deutsche Hausfrau mehr in die Kindererziehung als ihre berufstätige Geschlechtsgenossin. Deren Kinder werden aber zusätzlich in der Krippe gefördert und gefordert, außerdem bringen sich bei den berufstätigen Paaren die Väter stärker ein. Welches Kind hat denn nun mehr Qualitätszeit?

Wir leben in Deutschland und Dänemark. Durch das Leben in den zwei Ländern lässt sich der Alltag mit Kindern herrlich vergleichen. Nun ist es mitnichten so, dass in Dänemark alles besser ist. Aber das, woran die Deutschen immer wieder Familien- und Kinderfreundlichkeit festmachen wollen - der Mutter im Haus - ist ein Trugschluss.

Zeit ist wichtig, gemeinsame Zeit. Aber dafür braucht es, wie die Zahlen oben zeigen, keine Mutter zuhause, sondern Jobs, in denen es O.K. ist um vier Uhr nach Hause zu gehen. Und die entstehen eben leichter in einer Gesellschaft in der alle Kinder haben und sich dafür verantwortlich fühlen, als wenn nur die eine oder andere Mutter pünktlich los muss und dafür sofort von einem männlichen Kollegen oder einen kinderlosen Kollegin an die Wand gespielt wird.

Das ganze hat etwas mit Gleichberechtigung zu tun. Für mehr Kinder und eine kinderfreundlicheres Arbeitsleben brauchen wir nicht weniger Emanzipation sondern mehr. Und zuerst mal brauchen wir eine kinderfreundlichere Gesellschaft im allgemeinen. Dazu ist etwas nötig, dass den Deutschen keiner schenken oder verordenen kann: Eine familienfreundliche Mentalität, in der Kinder gewünscht und geschätzt werden.

22.9.07 17:06





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